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Ausfall, Fehler und Störung

Ein Ausfall ist ein Ereignis, ein Fehler ein Zustand. Die Norm nennt jede Unfähigkeit zu laufen Störung, auch bei Stromausfall. Ein Stromausfall ist weder Ausfall noch Fehler der Maschine.

Die DIN EN 13306 definiert beide Wörter. Ein Halt für geplante Instandhaltung ist ein weiterer Fall: Die Maschine läuft nicht, hat aber weder einen Ausfall noch einen Fehler.

Was ist der Unterschied zwischen Ausfall und Fehler?

Ein Ausfall hat einen Zeitpunkt. Ein Fehler dauert, bis jemand die Funktion wiederherstellt. Die Zeit vom Ausfall bis zur Wiederherstellung heißt Wiederherstellungszeit (9.21). Sie ist die Eingangsgröße der MTTR.

Der Fehler kann teilweise sein (6.3): Die Maschine läuft noch, hat aber eine Funktion verloren. Meist beginnt ein Ausfall den Fehler. Ein Fehler kann aber auch ohne Ausfall bestehen, etwa durch einen Mangel in Konstruktion, Herstellung oder Instandhaltung. Ein latenter Fehler (6.2) ist einer, den noch niemand bemerkt hat.

Die korrektive Instandhaltung beginnt nach der Fehlererkennung (7.9). Welche Aufträge daraus folgen, zeigt die Seite Instandhaltungsarten.

Was bedeutet „Störung“ in der Norm und in der Halle?

Die Norm (6.7) nennt Störung jeden Zustand, in dem die Maschine ihre Funktion nicht leisten kann, gleich aus welchem Grund. Dazu zählt der Fehler, aber auch der Halt für geplante Instandhaltung und der fehlende Strom. In der Halle meint „Störung“ meist den technischen Defekt. Liebstückel schreibt so, von der Störungsbehebung bis zur SAP-App „Störung melden und beheben“. Diese Seite nimmt das Wort im Sinn der Norm. Für den Defekt steht hier „Fehler“ oder „Ausfall“.

Die Norm gibt vier Gründen für „läuft nicht“ je ein eigenes Wort, weil jeder eine andere Handlung verlangt:

  • Fehler. Die Maschine kann die Funktion nicht erfüllen. Die Instandhaltung ist zuständig.
  • Geplante Instandhaltung. Die Maschine steht mit Absicht. Das ist ein anlagenbedingter Stillstand (6.6), aber kein Fehler, denn die Definition (6.1) schließt ihn aus.
  • Fehlende externe Ressourcen. Strom, Personal, Druckluft oder Kühlung fehlt (10.2). Die Maschine wäre funktionsfähig. Die Norm nennt das externe Störung (6.8).
  • Kein Bedarf. Die Maschine ist bereit, wird aber außerhalb der geforderten Zeit nicht gebraucht. Das ist der Stillstand (6.10).

Externe Ressourcen mindern die Verfügbarkeit nach DIN EN 13306 nicht (4.7). Aus Sicht des Werks fehlt trotzdem die Produktion.

Was heißt Stillstand genau?

Allein steht „Stillstand“ in der Norm für eine Maschine, die bereit ist und außerhalb der geforderten Zeit nicht läuft (6.10). Steht die Maschine wegen eines Fehlers oder vorbeugender Instandhaltung, heißt das anlagenbedingter Stillstand (6.6), und die Zeit dazu ist die nicht funktionsfähige Zeit (9.2). Die Stillstandszeit (9.6) ist dagegen die Zeit in diesem Zustand. In unserer Erfahrung sagen viele „Stillstand“ für jeden Halt. Liebstückel etwa nennt so den Halt einer Fertigungslinie nach dem Ausfall einer Maschine. Wenn Sie Zeiten auswerten, legen Sie zuerst fest, welcher Halt gemeint ist.

Wie unterscheiden sich die Wörter im Überblick?

Sie hören Gemeint ist Nicht gemeint ist
Ausfall Das Ereignis, bei dem die Maschine eine geforderte Funktion verliert (5.1) Der Zeitraum danach; ein „Stromausfall“ ist der Ausfall des Netzes
Fehler Der Zustand, in dem sie die Funktion nicht erfüllen kann, vollständig oder teilweise (6.1, 6.3) Ein Bedienfehler; ein Halt für geplante Instandhaltung oder ohne Strom
Störung Norm: jeder Zustand, in dem sie nicht laufen kann (6.7). Halle: der technische Defekt Immer ein Fehler
Anlagenbedingter Stillstand Die Maschine steht wegen eines Fehlers oder vorbeugender Instandhaltung (6.6) Ein Halt wegen fehlenden Stroms
Externe Störung Die Maschine wäre funktionsfähig, aber eine externe Ressource fehlt (6.8) Ein Fehler
Stillstand Die Maschine ist bereit und läuft außerhalb der geforderten Zeit nicht (6.10) Jeder Halt
Latenter Fehler Ein Fehler, den noch niemand bemerkt hat (6.2), etwa an einem Reserveaggregat, das niemand prüft Ein Fehler, der die Maschine schon gestoppt hat

Wie erfassen Sie die Fälle?

Zwei Zeitpunkte beschreiben jeden Ausfall: wann die Funktion verloren ging und wann sie wieder da war. Die Spanne dazwischen ist der Fehler. In SAP PM tragen Sie sie an der Meldung ein, bei den Störungsdaten als Ausfallbeginn, Ausfallende und Ausfalldauer. Einen Halt wegen fehlenden Stroms, Personals oder fehlender Druckluft erfassen Sie als externe Ursache. Einen geplanten Halt erfassen Sie als Instandhaltung. Betriebszeit und Ausfallzeit zeigt, wie jeder Halt in die Kennzahlen eingeht. Den Überblick über das Gebiet gibt die Seite Instandhaltung.

Quellen

  • DIN EN 13306:2018-02, Instandhaltung: Begriffe der Instandhaltung, DIN, 2018. Abschnitte 4.7, 5.1, 6.1 bis 6.3, 6.6 bis 6.8, 6.10, 7.9, 9.2, 9.6, 9.21 und 10.2. Diese Seite erklärt die Norm in eigenen Worten; maßgeblich ist die Norm. Bei DIN Media kaufen.
  • Karl Liebstückel, Instandhaltung mit SAP S/4HANA, 6. Auflage, SAP PRESS, 2023, Kapitel 1 (Störungsbehebung, Stillstand der Fertigungslinie), 4.3.3 (Störungsdaten an der Meldung) und 9.1.3 (App „Störung melden und beheben“).