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Vorbeugende Instandhaltung

Vorbeugende Instandhaltung ist Arbeit vor einem Ausfall. Die DIN EN 13306 nennt sie präventiv und zählt auch zustandsorientierte und voraussagende Arbeit dazu, nicht nur feste Intervalle.

Auch ein Auftrag, den eine Zustandsprüfung oder eine Vorhersage auslöst, ist vorbeugend, nicht nur der monatliche Service nach festem Intervall. Die Seite Instandhaltungsarten zeigt die ganze Familie.

In der Norm Präventive Instandhaltung (DIN EN 13306:2018-02, 7.1). Arbeit nach festem Intervall heißt vorausbestimmte Instandhaltung (7.2); zustandsorientierte (7.3) und voraussagende (7.4) Instandhaltung sind ebenfalls präventiv
Englisch Preventive maintenance, kurz PM
In SAP PM Wartungsplan, der die Aufträge erzeugt
Auch gesagt Vorbeugende Instandhaltung (der Suchbegriff; so heißt auch Kapitel 5 bei Liebstückel), zeitabhängige und leistungsabhängige Instandhaltung (für feste Trigger)

Heißt vorbeugend immer: nach festem Intervall?

Im Alltag oft, laut Norm nicht. Liebstückel beschreibt die präventive Instandhaltung als zeitabhängig (Kalender) oder leistungsabhängig (Zähler). Sein Kapitel „Vorbeugende Instandhaltung“ führt den Wartungsplan aber bis zur zustandsbasierten Wartung weiter. Auch ein Buch nutzt also beide Bedeutungen. Die DIN EN 13306 ordnet die Intervallarbeit als „vorausbestimmte Instandhaltung“ ein und behält „präventiv“ für den Oberbegriff.

Wir empfehlen, in eigenen Plänen die Norm zu übernehmen. Schreiben Sie „vorausbestimmt“, „zeitabhängig“ oder „leistungsabhängig“, wenn der Trigger fest ist. Dann liest niemand „PM“ als Zusage, dass jemand den Zustand prüft.

Zwei Nachbarwörter verwechseln viele. „Geplant“ nach DIN EN 13306 (7.12) sagt nur, dass ein Termin oder eine Nutzungszahl vorab feststeht, nicht, dass die Arbeit vor einem Ausfall liegt. Opportunistische Instandhaltung (7.13) ist vorbeugend und ungeplant: Das Team erledigt sie bei Gelegenheit zusammen mit anderer Arbeit.

„Wartung“ ist keine zweite Bezeichnung für alles Vorbeugende. Nach DIN 31051, wie Liebstückel sie wiedergibt, ist Wartung eine von vier Grundmaßnahmen: Sie verzögert den Abbau. Die Inspektion stellt den Zustand fest. Beides ist vorbeugend im Sinn von 7.1, denn die Norm nennt dort Beurteilen und Vermindern von Abbau.

Was machen Teams bei vorbeugender Instandhaltung oft falsch?

  • Sie halten sie für ein Mittel gegen jeden Ausfall. Gulati berichtet, dass die Studien der Luftfahrt hinter RCM Ende der 1960er Jahre die meisten Ausfallarten als zufällig fanden, nicht als zeitabhängig. Ein festes Intervall verhindert nur Ausfälle, die mit Zeit oder Nutzung wachsen.
  • Sie prüfen die Intervalle nie. Gulati warnt, dass kalenderbasierte Besuche, bei denen niemand etwas findet, verschenktes Geld sind. Dann ändern Sie das Intervall.

Das Instandhaltungs-Manifest fasst das Urteil in Prinzip 3: „Die beste Reparatur ist die, die nie nötig wird.“ Investieren Sie mehr Zeit ins Vorbeugen als ins Reparieren, wo es wirksam ist. Wir empfehlen, den Trigger je Ausfallart zu wählen und nicht einen Kalender über das ganze Werk zu legen. Wie das geht, zeigt der Artikel zu den Instandhaltungsstrategien; den Einstieg in einen eigenen Plan beschreibt die Seite zum Wartungsplan.

Verwandte Begriffe

Quellen

  • DIN EN 13306:2018-02, Instandhaltung: Begriffe der Instandhaltung, DIN, 2018. Abschnitte 7.1 bis 7.4, 7.12 und 7.13. Diese Seite erklärt die Norm in eigenen Worten; maßgeblich ist die Norm. Bei DIN Media kaufen.
  • Karl Liebstückel, Instandhaltung mit SAP S/4HANA, 6. Auflage, SAP PRESS, 2023, Kapitel 1.2 (vier Grundmaßnahmen nach DIN 31051), 1.3 (zeit- und leistungsabhängig) und 5 (Wartungsplan).
  • Ramesh Gulati, Maintenance and Reliability Best Practices, 3rd ed., Industrial Press, 2021, Kapitel 4 (kalenderbasierte PM) und 8 (Geschichte von RCM).
  • Das Instandhaltungs-Manifest, 2025, Prinzip 3.